Kröninger Weidling, Schüssel, Backform

  • Hafnerei, Keramik

nach 1800
11cm hoch, Durchmesser 25 cm
Keramik-Schenkung Hannah Ammer (2024)
Museums-Inv.Nr. 64-810

Backform aus hellem Scherben, ockerfarben glasiert, Farbe innen stellenweise abgeblättert. Das Gefäß weist eine Rippenwand und oben einen Zackenrand auf. Hat leider auch ein paar feine Risse.
Die Kuchenbackform (auch Weidling) wurde in einer Kröninger Hafnerwerkstatt produziert.
Der Kröning ist ein kleiner, teils bewaldeter Höhenzug in Niederbayern, in der Umgebung von Landshut u. Dingolfing, zwischen Isar und Vils. Seine hervorragenden Tonvorkommen haben dort eine Hafnerlandschaft entstehen lassen.
Seit dem 15. Jahrhundert siedelten sich dort unzählige Hafner an und erzeugten Keramikgeschirr für bäuerliche, kurfürstliche und bürgerliche Haushalte. Im 19. Jh. gelangte das Handwerk der Kröninger Werkstätten zur Hochblüte. Ab den 1930er Jahren erschöpfte sich diese Handwerkstradition. Die irdene Ton-Qualität, teils von bläulichem Schimmer durchzogen, ist unverwechselbar und wurde bei niederen Temperaturen gebrannt. In den Kröninger Werkstätten wurden vorwiegend Vorratsgefäße, Krüge, Schüsseln, Backformen, auch Ofenkacheln hergestellt. Die Glasuren waren allerdings bleihältig.

Die Hafnerfamilien vom Kröning, die nebenher meist eine Kleinlandwirtschaft betrieben, versorgten nicht nur Süddeutschland mit ihrer Ware, sondern exportierten sie auch nach Österreich und Südtirol. Im Rupertigau wie auch im Salzburger Flachgau finden sich bis heute in Sammlungen und alten Höfen kostbare Kröninger Hafnerkeramiken.
©Hiltrud Oman